Patrizia Posch und Michi Gölles haben The Gap Mountainbiking 2004 gegründet, um diesen genialen Sport noch bekannter und beliebter zu machen…

Der Background: Michi hat der Bikesport mit 15 Jahren gepackt – mit ein und dem selben Bike fuhr er Anfang der 90er Cross Country- und Downhillrennen, war als Junior in beiden Disziplinen im Nationalteam. Die Disziplinen entwickelten sich aber mehr und mehr auseinander, damit konzentrierte sich Michi seit 1996 nur mehr auf den Downhillsport. Das brachte automatisch mit sich, daß er sich intensiv mit der Fahrtechnik beschäftigte: Trial-and-Error war die Devise, einen wirklichen Plan hatte damals noch niemand… Michi hat die Entwicklung des Mountainbikesports von ungefederten Hardtails über die ersten Fullies bis zu den heutigen, genialen Bikes mitgemacht.

Ein Schlüsselmoment zum Thema Coaching passierte im Sommer 2001: Als erster Bikepark Österreichs hat Leogang seine Pforten geöffnet und gleich mal die österreichische Downhill-Staatsmeisterschaft veranstaltet. Michi war amtierender Downhill-Staatsmeister und studierte Sportwissenschaften in Graz, Patrizia war bis damals bei diversen Rennen als Zuschauerin mit von der Partie. Durch den Bikepark bekam sie Lust, es selbst zu versuchen und genau dieser Versuch hinterließ bleibende Eindrücke:

Kurzerhand ging es für beide auf Leogang´s Flying Gansgsta, Piza war mit Michi´s Dual Slalom-Bike unterwegs und es kam, wie es (in so vielen Fällen) kommen musste: Mit einer kapitalen „Brezn“ auf den ersten 300 Metern inklusive Steißbein-Landung nach einem Flug über 3 Höhenmeter… damit war verständlicherweise mal die Luft draußen, die Angst formatfüllend mit von der Partie…insgesamt brauchten die beiden ca. 2.5h, bis beide unten ankamen. Michi´s Tipps – damals noch ohne viel Coachingerfahrung – gingen ins Leere… was soll man auch nach so einem Einschlag mit „…ist eh so einfach…fahr einfach mir nach…und stell dich nicht so an!“ anfangen. Das Vertrauen war weg…

…und doch hatte diese eine Horrorfahrt etwas gebracht – Piza und Michi bemerkten, dass sie vollkommen aneinander vorbei geredet haben. Piza ließ aber nicht locker, ihr Ehrgeiz war geweckt…

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…bei der Adventure World auf der Grazer Messe… Pic.: Basti Meier

Daraufhin haben sie sich gemeinsam mit der richtigen Fahrtechnik beschäftigt, speziell darauf geschaut, welche Tipps etwas bringen und worauf man sich konzentrieren sollte. Dabei ging es um die Technik selbst, um die Kommunikation und auch um die mentale Seite…

…der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Piza fuhr sehr bald im österreichischen Downhillcup in der Kategorie Elite Damen aufs Stockerl, Michi gehörte noch lange zu den schnellsten Österreichern im Downhillsport. Und obwohl Piza für sich entschied, dass ihr Rennen zu fahren persönlich nicht besonders viel Spaß machte, fuhr sie bei den World Games in Saalbach Hinterglemm den Hobby-Weltmeistertitel nach Hause…

Piza im Bikepark Semmering… Pic.: The Gap

 

…ebenfalls der Bikepark Semmering, diesmal mit Michi… Pic.: The Gap

Seitdem coachen Piza und Michi bei Individualcoachings auf Personal-Trainings-Basis, im Rahmen von Erwachsenen- und Jugendcamps, bei Kinderkursen und mit The Gap´s eigenem mobilen Pumptrack. Michi´s ganze berufliche Laufbahn ist eng mit dem Mountainbiken verbunden: Er ist Sportwissenschafter, wird vom ÖRV als Ausbildungsreferent geführt, hat mit The Gap österreichische Talente bis an die Spitze geführt und arbeitet heute als Betriebsleiter der Schöckl Trail Area bei der Schöckl Seilbahn GmbH.

Den ESC The Gap haben Piza und Michi 2004 gegründet – zuerst ging es vor allem um die Förderung junger Talente: Beim ersten Trainingscamp von The Gap in Frankreich war ein gewisser Markus Pekoll mit von der Partie – ihm ist da so richtig der Knopf aufgegangen, hat im selben Jahr die österreichische Juniorenklasse dominiert. Er hat es daraufhin mit harter Arbeit und viel Einsatz bis an die Weltspitze gebracht! (Dabei soll keinesfalls der Eindruck entstehen, dass das unser Verdienst war – aber wir sind stolz, ihm ein bissl etwas auf seinen Weg mitgegeben zu haben!)

Das erste The Gap Summercamp fand 2006 im Bikepark Wagrain 14 Tage vor der offiziellen Eröffnung des Parks statt – mit insgesamt 11 Teilnehmern, einer davon war der damals 11-jährige Manuel Gruber aus Bruck. Mit Jugendlichen zu arbeiten machte extremen Spaß und so wurde unser Summercamp zum jährlichen Saisonhighlight!

Mittlerweile haben wir auch den perfekten Ort für unser Summercamp gefunden – den Bikepark Saalbach/Hinterglemm, den wir mit unserem Summercamp jetzt schon seit 10 Jahren ansteuern – mehr dazu findet ihr im Menüpunkt Jugend…

Manuel haben wir ein halbes Jahr später in unser Team integriert – er war extrem talentiert, fahrtechnisch auf einem Level, den wir noch nie bei Jugendlichen gesehen hatten. Auch er wurde Elite-Staatsmeister im Downhill und fuhr sogar in die Top Ten des Downhill-Weltcups…

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Mani Gruber war als Junior in unserem Team, danach war Michi weitere 3 Jahre Trainer des Brucker Mountainbikers … hier bei der WM in Leogang 2012 Pic.: The Gap

Leistungssport war für The Gap immer ein extrem interessantes Thema – ganz wichtig ist uns dabei allerdings, dass wir uns um alle Mountainbiker kümmern:

Vom Neueinsteiger bis zum Profi, alle erdenklichen Altersgruppen sowie alle Disziplinen, die der Bikesport zu bieten hat sind uns extrem wichtig!

Mehr noch: Mit unserem mobilen Pumptrack und dem wöchentlichen Kidskurs im Zielbereich der Schöckl Trail Area bringen wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Mountainbiken, die davor noch keine Erfahrung mit Bikes hatten…

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Der Kindertag in der Minibike&Coachingzone der Schöckl Trail Area… Pic.: The Gap

Die Hermann Posch – Story:

Hermann ist bei fast allen unseren Summercamps als Betreuer mit von der Partie gewesen. Mittlerweile ist er in Pension, das Mountainbike lässt ihn dennoch nicht los. Als er zum Biken bzw. Downhillen begonnen hat, war er 52 Jahre alt. Er war bei unserem ersten Trainingscamp in Sospel/FRA 2004 mit dabei, ist zum Spaß einige Rennen gefahren und hat mittlerweile neben einem 29er Hardtail, ein Downhillbike und – seine neueste Errungenschaft, ein lässiges E-Enduro…

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…Hermann beim Summercamp in Saalbach/Hinterglemm 2016, Pic.: The Gap/M. Kop

Für Michi war er – was Fahrtechnikcoachings betrifft – ein ziemlich schwieriger Fall: Angst war für ihn nämlich ein Fremdwort, und genau das sorgte für einige Verletzungen… wir haben durch ihn folgendes gelernt:

Als guter Coach musst du jeden Fahrtechnik-Kunden individuell betrachten – während man die einen motivieren muss, geht es bei anderen darum, sie rechtzeitig einzubremsen!

…damit man eben nicht wie Hermann einfach bei einem 10m-Stepdown abzieht und sich bei der Landung den Mittelhandknochen auskegelt…

Step by Step ist ein ganz wichtiges Coaching-Prinzip für uns, egal ob es um technische Basics oder eben Whips, Scrubs und co geht…

Zurück zu Hermann – nach einigen Austriacuprennen war er auch beim bekannten 24h-Downhill im Bikepark Semmering am Start. Dort sorgte er für Aufsehen als er als ältester Teilnehmer mit über 130 Runden am 4. Gesamtrang in der Elite Herren landete…er war nicht der schnellste, drehte aber verlässlich wie ein Uhrwerk Runde um Runde…und hätte ihn nicht der eine Rotzlöffel aus der Kurve geführt wär sogar der 3. Platz drin gewesen 😉

…und damit passt auch Hermann zu The Gap wie die Faust aufs Aug:

Wir leben unseren Sport, sind mit ganzem Herzen dabei…

…wir sehen uns am Trail, euer The Gap-Team!